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Programm
1. Generelle Kennzeichnung der Gesellschaft Die Gesellschaft für Philosophie und Wissenschaften der Psyche wurde 1994 von einer Gruppe junger Ärzte und Philosophen gegründet. Ihr Ziel ist es, aus verschiedenen fachlichen Perspektiven Konzepte der menschlichen Psyche aufeinander zu beziehen und hierfür ein Diskussions- und Arbeitsforum anzubieten, in dem sich die gemeinsamen Interessen aus unterschiedlichen Fachrichtungen besser aufeinander abstimmen und miteinander konfrontieren lassen.
2. Voraussetzungen und Ziele 2.1. Ausgangspunkt der gemeinsamen Arbeit stellen generell sämtliche Fragen- und Problemkomplexe dar, die sich um den Gegenstand oder Begriff der Psyche gruppieren. Hierzu zählen die Fragen nach dem Verständnis von psychischer Realität, nach der sozialen, ethnologischen und geschichtlichen Dimension der Psyche, nach dem Verhältnis von Bewußtsein und Unbewußtem, das Problem des Leib-Seele-Verhältnisses, der Themenkomplex um die Fragen von psychischer Krankheit und Gesundheit, psychosomatische Problemstellungen, Diskussionen therapeutischer Konzepte in ihren geistes- und naturwissenschaftlichen Implikationen und umgekehrt die Rückwirkung der psychologischen, psychiatrischen, psychotherapeutischen oder psychoanalytischen Praxis auf philosophisch-geisteswissenschaftliche Konzepte. 2.2. In der Bearbeitung dieser Themen versucht die Gesellschaft, inhaltlich wie organisatorisch der Gefahr entgegenzuwirken, lediglich "Diskussionsanreize" zu bieten, deren Ausarbeitung zuletzt doch wieder nur in einer monologischen Arbeit endet, aber auch der Gefahr, durch eine allzu enge Organisations- und Programmstruktur wichtige Denkansätze auszugliedern und damit die Gesellschaft zu einem bloßen Teil des akademischen Betriebes werden zu lassen. - Der ersten Gefahr begegnet sie, indem sie über Satzung und Programm Verbindlichkeiten schafft, an denen sich jeder, der in der Gesellschaft mitarbeiten möchte, orientieren kann. Wir führen bspw. regelmäßige Arbeitstreffen mit dem Ziel durch, wissenschaftlich ausweisbare Ergebnisse zum Thema Psyche gemeinsam zu erarbeiten. Der zweiten Gefahr wirkt die Gesellschaft entgegen, indem sie auch unkonventionelle Denkansätze, soweit sie zu unserem Programm in Beziehung stehen, zur Diskussion stellt.
3. Programmatische Gesichtspunkte 3.1. Das Programm selbst ist durch den Gegenstand oder den Begriff der Psyche hinreichend umrissen. Alle Diskussionen und Arbeitsvorhaben der Gesellschaft sollten zu einer Bestimmung des Psychischen beitragen können. 3.2. Zwar ist nach Ansicht der Gesellschaft allen im Zusammenhang mit dem Psychischen zu stellenden Fragen gemeinsam, daß ihre Beantwortung aus nur einer Fachdisziplin heraus notwendig zu kurz greift. Aber andererseits möchte sie in diesem Zusammenhang auch den Begriff der Interdisziplinarität selbst problematisieren, indem sie danach fragt, ob und in welcher Form es überhaupt sinnvoll sein kann, verschiedene Denk- und Forschungsansätze ineinander zu überführen, ihre Gegensätze und Widersprüche zu versöhnen und in ein, wenn auch höherstufiges, aber wiederum nur "vereinzeltes" Konzept zu integrieren. Denn zunächst ist gerade die spezifische Heterogenität der Mitglieder der Gesellschaft, ihrer Ziele, Interessen, Kenntnisse und Überzeugungen dasjenige, was sie von anderen Arbeitsgemeinschaften und Forschungsprojekten unterscheiden soll. 3.3. Aus dieser Vielfalt der Voraussetzungen und Intentionen - ihrer Heterodisziplinarität - ergibt sich für die Arbeit der Gesellschaft folgende Konsequenz: In ihren Bemühungen sollen gerade diejenigen Aspekte eines Themas besondere Beachtung finden, an denen sich die heftigsten Kontroversen entzünden - zuungunsten aller anderen Aspekte, die durch Expertenwissen gesichert sind. Denn es ist anzunehmen, daß sich genau an diesen strittigen Fragen die Konturen der zu entdeckenden Felder einer Inter- bzw. Heterodisziplinarität abzeichnen, für welche die Leerstellen zwischen den etablierten Diskursen wichtiger sind als wissenschaftliche Standards.
4. Die Arbeitsmittel der Gesellschaft Die Arbeitsmittel der Gesellschaft sind Plenumsveranstaltungen, Arbeitsgruppen, Tagungen und Publikationen. - Die Plenumsveranstaltungen dienen dazu, vielfältige Kontakte zwischen unterschiedlich arbeitenden Philosophen und Wissenschaftlern zu knüpfen, neue Ideen zu entwickeln und - wenn möglich - gemeinsame Ergebnisse zu formulieren. Hier finden Vortragsabende statt, die gelegentlich auch über den Kreis der Mitglieder der Gesellschaft hinaus angekündigt werden. Gleichzeitig soll die gemeinsame Lektüre herausragender, für die Arbeit der Gesellschaft relevanter Texte Anstoß zur Diskussion und weiteren Erarbeitung wichtiger Themen sein. - In Arbeitsgruppen, die sich aus den Diskussionen des Plenums entwickeln oder durch Mitglieder der Gesellschaft angeregt werden, sollen einzelne Themenkomplexe vertieft und gegebenenfalls zu Forschungsprojekten ausgebaut werden. - Darüberhinaus plant die Gesellschaft, alle zwei Jahre größere Tagungen, die einem überregionalen und nach Möglichkeit auch einem internationalen Publikum offenstehen sollen. - Die Vorträge dieser Tagungen sowie die Ergebnisse der Arbeit in den Plenen sollen durch Publikationen dokumentiert werden. Hierzu sind das vorliegende Jahrbuch sowie Rundbriefe und Veröffentlichungen in Fachzeitschriften bestimmt.
5. Möglichkeiten der Mitarbeit und Mitgliedschaft Die Gesellschaft steht allen Interessierten mit geistes-, naturwissenschaftlichem, therapeutischem und / oder künstlerischem Hintergrund offen. Wer mitarbeiten möchte oder grundsätzlich Interesse an der Arbeit der Gesellschaft hat, wende sich bitte an den Vorstand (Adresse: c/o Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité, Schumannstraße 20-21, 10117 Berlin). Wer unsere Arbeit finanziell unterstützen will oder Mitglied werden möchte, überweise bitte seinen Beitrag (für die ordentliche Mitgliedschaft derzeit 30 € p.a., für Studenten 15 €) auf das Konto der Gesellschaft bei der Deutschen Apotheker- und Ärzte Bank, BLZ 300 60 601, Nr. 0105682320 und gebe bitte auf dem Überweisungsformular seine Adresse an. Jedes Mitglied wird über die laufenden Aktivitäten der Gesellschaft eingehend informiert und erhält darüber hinaus gesonderte Ankündigungen und Einladungen zu allen Plenumsveranstaltungen, Arbeitsgruppen und Tagungen.
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